Loading...
Klicke auf das Bild, um den Artikel zu lesen. Du kannst ihn dann auch herunterladen.
Klicken zum Öffnen

Du arbeitest als Gamer in einer Kinderklinik
in Glasgow, einer Stadt in Schottland.
Was machst du da?
Ich besuche jeden Tag unsere Patientinnen und
Patienten und spiele mit ihnen Videospiele.
Wird ein Kind neu ins Krankenhaus gebracht,
gehe ich bei ihm vorbei und frage: Bist du ein
Gamer?
Was spielt du am liebsten?
Wer hat sich diesen Job ausgedacht?
Die Idee hatte ich mit ein paar anderen Leuten
aus dem Krankenhaus. Dort ist es für die
Kinder manchmal richtig langweilig, oder es
macht ihnen auch mal Angst. Beim Zocken
können sie Spaß haben und müssen nicht daran
denken, wo es gerade wehtut. Viele Menschen
haben Geld gespendet, damit ich jeden Tag mit
den Kindern spielen kann.
Macht Zocken denn gesund?
So einfach ist es nicht, aber es kann helfen. Einmal
kam ein Junge nach einem Unfall ins Krankenhaus,
er konnte seine Hand nicht mehr bewegen. Später haben die Ärzte und seine Mama
mir erzählt, dass ihm das Spielen mit dem Controller
geholfen hat, die Finger wieder zu bewegen. Der
Junge hat gesagt, dass ich seine Hand repariert habe.
Das war ein richtig schöner Moment.
Wie hilft das Spielen noch?
Viele Kinder vermissen in der Klinik ihre Freunde
oder haben Angst vor Untersuchungen. Das Zocken
lenkt sie ab und bringt sie zum Lachen. Manchmal
besuche ich Kinder auch, wenn sie eine lange Behandlung
haben. Denn beim Spielen vergeht die
Zeit viel schneller.
Welche Spiele sind besonders beliebt?
Die top drei bei uns sind Mario Kart, Fifa und
Minecraft.
Mario Kart ist super, weil alle Mario, Luigi,
Toad und Peach kennen und weil man schnell versteht,
wie man das spielt. Beim Fifa-Zocken kommt
man leicht ins Gespräch, weil man sich über sein
Lieblingsteam unterhalten kann. Und bei Minecraft
baut man gemeinsam etwas, man muss kreativ sein
und sich gegenseitig helfen. Das tut vielen gut.
Dürfen die Kinder selbst entscheiden,
was sie mit dir spielen?
Ja, das finde ich superwichtig! Im Krankenhaus
gibt es so viel, worüber Kinder nicht bestimmen
können: welche Medikamente sie bekommen,
wie lange sie bleiben müssen, ob sie operiert
werden. Dann sollen sie wenigstens entscheiden,
was sie zocken wollen.
Auf welcher Konsole spielt ihr?
Wir haben eine PlayStation 5. Meist spielen wir
aber auf der Xbox oder der Nintendo Switch.
Dürfen die Kinder auch ohne dich zocken?
Klar. Auf jeder Station gibt es einen Spieleraum,
dort können die Kinder gemeinsam zocken –
aber auch malen und basteln. Manche können
da wegen ihrer Krankheit nicht hin. Dann
besuche ich sie und bringe die Konsole mit.
Spielt ihr nur, oder bringst du den Kindern
das Zocken auch bei?
Ab und zu kann ich jemandem noch einen Trick
zeigen, manchmal ist es aber auch andersrum! Und
manche Kinder haben noch nie gezockt. Bei einer
Patientin war das gerade so. Sie hat mir erzählt,
was sie im Fernsehen mag. Ich habe dann Spiele
von Peppa Wutz und My Little Pony auf die Xbox
geladen. Kurz drauf sind wir schon gemeinsam
Mario-Kart-Rennen gefahren!
Zu Hause haben viele Kinder Zock-Regeln.
Gibt’s im Krankenhaus auch welche?
Noch mehr sogar. Man darf nicht spielen, wenn es
Essen gibt. Und weil sich alle auf einer Station nur
ein paar Konsolen teilen, muss man oft warten.
Dein Job klingt cool. Aber ins Krankenhaus
kommen Kinder ja nur, weil es ihnen schlecht
geht. Macht das auch traurig?
Manchmal, aber meist bin ich glücklich: Schließlich
kann ich helfen, dass es den Kindern besser geht.

PDF herunterladen

Andere Artikel aus dieser Ausgabe

Wissen auf einen Blick

Entdeck die Schneespuren von Wildtieren!

Mehr erfahren

Olympia

Mach dein eigenes Sportfest und verwandel den Flur in eine Langlaufstrecke!

Mehr erfahren
Loading...